Wilhelm Sewöster

Lemgo, Neue Straße 67

geboren: 5. April 1885 in Hollen/Bielefeld

gestorben: 22. März 1944 in Lemgo

Wilhelm Sewöster wurde am 5. April 1885 in Hollen/Bielefeld geboren. Er war das älteste von 14 Kindern der Familie. Bis Februar 1944 lebte Sewöster in Lemgo, Sauerstraße 10. Vor dem Krieg war er Seemann und arbeitete später in unterschiedlichen Berufen (Konsumangestellter, im Autobahnbau, als Lagerarbeiter bei der Gärtnerei Siewert). Er nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, wurde zweimal verwundet und war Träger des EK II. Er kehrte im März 1920 aus der Kriegsgefangenschaft nach Lemgo zurück. Im Jahre 1932 kandidierte er für die KPD. Seine Verhaftung erfolgte am 13. Juli 1933. Er wurde im Verfahren O. J. 64/34 vor dem OLG Hamm im Oktober 1934 u.a. wegen illegalen Waffen -und Sprengstoffbesitzes zu einer Strafe von 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Ferner wurde ihm die Teilnahme an einer illegalen Versammlung der KPD in Lemgo im Sommer 1933 nachgewiesen (mit Magnus Hartmann, Karl Kortekamp und Adolf Abraham). Sewösters Sohn gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als vermisst. Zusammen mit Fritz Dröge (sen.), Wilhelm Weber und Fritz Bracht pflegt er eine Skatrunde, die sich regelmäßig in der NS Zeit bei ihm zu Hause traf. Bei diesen Treffen kam es regelmäßig zu oppositionellen Gesprächen. Für die Gestapo war das Sewöster die „kommunistische Zentrale in Lemgo nach 1941“. Seine Frau starb im Jahr 1942. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung am 21. März 1944 wegen Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern wohnte er in Lemgo, Neue Straße 67. Wilhelm Sewöster starb am 22. März 1944 durch Selbsttötung im Polizeigefängnis Lemgo. Er hatte sich mithilfe der Schnur der Verdunkelungseinrichtung seiner Zelle erhängt.

Aus dem Buch: 

"Willy Langenberg - Arbeitersportler im Widerstand in Lippe" von Dr. Eike Stiller,

Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-298-x